Oberflächen nach Maß

Strahlwerkzeuge für die Oberflächenbearbeitung, Materialmodifikation und Raumfahrt

Technologien und Infrastruktur für präzise Materialbearbeitung, funktionale Oberflächen und Raumfahrtantriebe

Die Querschnittseinheit entwickelt und betreibt Strahl- und Plasmatechnologien für die gezielte Bearbeitung und Modifikation von Materialien. Ziel ist es, leistungsfähige und teilweise einzigartige Werkzeuge bereitzustellen und deren Anwendung in Forschung und Industrie zu ermöglichen. 

Als zentrale Technologieplattform verbindet die Einheit die Entwicklung von Strahlquellen, das physikalische Verständnis der zugrunde liegenden Prozesse, die präzise Diagnostik sowie die Umsetzung in anspruchsvolle Anwendungen – von der Grundlagenforschung bis hin zu Raumfahrtanwendungen, Quantentechnologien und Sensorsystemen. 

Entwicklung und Optimierung von Strahlwerkzeugen

Strahlquellen und Prozessgrundlagen

  • Entwicklung von Plasma- und Ionenstrahlquellen für unterschiedliche Anwendungen  
  • Untersuchung von Ionen-Festkörper-Wechselwirkungen  
  • Bestimmung von Zerstäubungsausbeuten und Sekundärteilchenprozessen  
  • Weiterentwicklung von Technologien für präzise Materialbearbeitung
  • Aufbau eines vielseitigen technologischen Werkzeugkastens am IOM  

Messtechnik und Simulation

Diagnostik und Prozessanalyse

  • Einsatz intrusiver und nicht-intrusiver Diagnostikmethoden  
  • Entwicklung eigener Sensoren und Messverfahren  
  • Nutzung laserspektroskopischer Methoden 
  • Kombination mit numerischen Simulationen zur Prozessanalyse  

Elektronenstrahltechnologie und Forschungsinfrastruktur

Hertz-Elektronenstrahllabor: Materialmodifizierung und Spektroskopie

  • Betrieb des Hertz-Elektronenstrahllabors mit hochenergetischen Beschleunigern  
  • Grundlagenuntersuchungen zu elektroneninduzierten Prozessen  
  • Modifikation von Materialien wie Polymeren, Halbleitern und Hybridmaterialien  
  • Einzigartige Infrastruktur für Forschung und industrienahe Anwendungen  

Anwendungen in Materialbearbeitung, Quantentechnologie und Raumfahrt

Funktionalisierung und High-Tech-Anwendungen

  • Ionenimplantation und Defekt-Engineering für funktionale Materialien  
  • Anwendungen in Quantentechnologien, Sensorik und Halbleitersystemen  
  • Gezielte Modifikation von Oberflächen für unterschiedliche Materialklassen  
  • Entwicklung und Diagnostik von Ionenantrieben für die Raumfahrt 

Beitrag als zentrale Technologieplattform am IOM

Infrastruktur, Transfer und institutsweite Wirkung

  • Bereitstellung von Schlüsseltechnologien für mehrere Fachbereiche  
  • Verbindung von Werkzeugentwicklung, Prozessverständnis und Anwendung  
  • Unterstützung von Projekten vom Experiment bis zur industriellen Umsetzung 
  • Stärkung der technologischen Infrastruktur und Innovationsfähigkeit des Instituts 

Entwicklung und Optimierung von Strahlwerkzeugen

Strahlquellen und Prozessgrundlagen

  • Entwicklung von Plasma- und Ionenstrahlquellen für unterschiedliche Anwendungen  
  • Untersuchung von Ionen-Festkörper-Wechselwirkungen  
  • Bestimmung von Zerstäubungsausbeuten und Sekundärteilchenprozessen  
  • Weiterentwicklung von Technologien für präzise Materialbearbeitung
  • Aufbau eines vielseitigen technologischen Werkzeugkastens am IOM  

Forschungsthemen im Überblick

Referenz-Ionenquelle zur Validierung von Strahldiagnostik in Betrieb.

Entwicklung von Strahl- und Plasmawerkzeugen

Maßgeschneiderte Strahlquellen für präzise Oberflächenbearbeitung und Beschichtung. 


REM-Aufnahme von einer Oberfläche nach Ionenbeschuss.

Grundlagen und Anwendung von Strahl- und Plasmawerkzeugen

Wechselwirkungen verstehen und gezielt für Materialbearbeitung und Schichtentwicklung nutzen. 


Ein Wissenschaftler im Labor justiert optische Komponenten in Vorbereitung von laserspektroskopischen Messungen.

Ionenquellen verstehen

Strahl- und Plasmaquellen analysieren und für stabile und effiziente Prozesse optimieren. 


Innenansicht eines Prototypen des Spiegelladungsdetektors für den Nachweis von Ionenpaketen und perspektivisch einzelnen Ionen.

Deterministische Ionenimplantation

Einzelionen präzise platzieren für Quantentechnologien und neuartige Bauelemente. 


Ein Wissenschaftler arbeitet am 10-MeV-Elektronenbeschleuniger im Hertz-Elektronenstrahllabor des IOM.

Hertz-Elektronenstrahllabor

Forschungsinfrastruktur für Materialmodifikation und zeitaufgelöste Prozessanalysen.


Probenpräparation für Bestrahlungsversuche am 10-MeV-Elektronenstrahlbeschleuniger.

Elektronenstrahltechnologien für Defekt-Engineering und Sensorik

Funktionale Materialien und Sensorsysteme durch gezielte Defektstrukturen entwickeln. 



Ausgewählte Forschungsbeispiele

Ionenantrieb für Kleinsatelliten

Effiziente elektrische Antriebssysteme für die Raumfahrt 

Kleinsatelliten gewinnen zunehmend an Bedeutung – gleichzeitig steigt der Bedarf an kompakten, kosteneffizienten und leistungsfähigen Antriebssystemen. 

Das IOM entwickelt gemeinsam mit Kooperationspartnern ein neuartiges Ionenstrahlantriebssystem. Grundlage ist ein patentiertes Gitterionentriebwerk mit integriertem Neutralisator, das die Anzahl der Komponenten reduziert und so Kosten und Komplexität senkt. 

Das System wurde erfolgreich miniaturisiert und weiterentwickelt. Aktuell befindet es sich in der Qualifikationsphase für den Einsatz im Weltraum.  

Ergebnis: 

  • kompakter, kosteneffizienter Ionenantrieb  
  • Schub von ca. 1 mN bei < 50 W Leistung  
  • Grundlage für neue Satellitenmissionen und Konstellationen  
Plasmen präzise messen mit Laserspektroskopie

Nicht-invasive Diagnostik für Strahl- und Plasmaprozesse 

Für die Entwicklung und Optimierung von Plasma- und Ionenstrahlprozessen ist ein detailliertes Verständnis der zugrunde liegenden physikalischen Prozesse entscheidend. 

Am IOM werden dafür hochauflösende laserspektroskopische Verfahren wie LIF (Laserinduzierte Fluoreszenz) und TALIF (Zwei-Photonen-Absorptions-Laserinduzierte Fluoreszenz) eingesetzt und weiterentwickelt. Diese ermöglichen die berührungslose Bestimmung von Geschwindigkeitsverteilungen, Temperaturen und Teilchendichten in Plasmen – mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung.  

Die Methoden kommen sowohl in der Materialbearbeitung als auch in der Raumfahrt zum Einsatz, etwa bei der Analyse von Ionenquellen und Triebwerken.  

Ergebnis: 

  • präzise Messung zentraler Plasmaparameter  
  • verbesserte Effizienz und Lebensdauer von Strahlquellen 
  • Grundlage für optimierte Beschichtungs- und Antriebsprozesse  
Nanodiamant-basierte Quantensensorik für Krebsdiagnostik

Neue Messmethoden für personalisierte Medizin 

Die frühzeitige und präzise Diagnose von Krebserkrankungen erfordert neue, hochsensitive Messverfahren auf molekularer Ebene. 

Das IOM entwickelt gemeinsam mit Partnern eine neuartige Methode auf Basis von Nanodiamant-Relaxometrie. Dabei werden quantensensorische Effekte genutzt, um freie Radikale in Krebszellen in Echtzeit zu detektieren. 

Ein zentraler Beitrag des IOM liegt in der kontrollierten Erzeugung von NV-Zentren in Nanodiamanten mittels Elektronenstrahltechnologie sowie in deren gezielter Oberflächenmodifizierung für biologische Anwendungen.   

Ergebnis: 

  • hochsensitive Detektion biochemischer Prozesse in Echtzeit  
  • verbesserte Reproduzierbarkeit von Quantensensoren  
  • Potenzial für personalisierte Diagnostik und Therapie