Oberflächen nach Maß

Gele und Hydrogele

Intelligente Biomaterialien für Diagnostik, Therapie und Wirkstoffentwicklung

Gele und Hydrogele sind hochporöse Materialien, die große Mengen Wasser aufnehmen und in ihrer Struktur natürlichem Gewebe ähneln. Dadurch eignen sie sich besonders für Anwendungen, bei denen eine enge Wechselwirkung mit biologischen Systemen erforderlich ist.

Entwicklung biomimetischer und funktionaler Hydrogele
  • Herstellung von Gelen auf Basis synthetischer und biologischer Polymere  
  • Entwicklung von Materialien mit gewebeähnlichen Eigenschaften  
  • Nutzung als biomimetische Modelle für lebenswissenschaftliche Anwendungen  
  • Kombination von Materialdesign und biologischer Funktionalität  
Funktionalisierung durch Elektronenstrahl und Hybridmaterialien
  • Einsatz hochenergetischer Elektronenstrahlung zur gezielten Modifikation  
  • Entwicklung von Hybridmaterialien wie Gel-Nanopartikel-Kompositen und Ferrogelen  
  • Kombination synthetischer und biologischer Komponenten  
  • Erweiterung der Materialeigenschaften über klassische Hydrogele hinaus  
Schaltbare und Stimuli-responsive Systeme
  • Reaktion auf äußere Reize wie Licht, Temperatur, pH-Wert oder Magnetfelder  
  • Entwicklung formgedächtnisfähiger und schaltbarer Materialien  
  • Herstellung komplexer Strukturen, z. B. durch 3D-Druck  
  • Gezielte Steuerung von Materialeigenschaften im Einsatz  
Beitrag zu biomedizinischen Anwendungen und Alternativen zu Tierversuchen
  • Materialien für Diagnostik- und Therapiekonzepte  
  • Unterstützung von Wirkstofftests und bioanalytischen Systemen  
  • Beitrag zur Entwicklung realitätsnaher Testsysteme  
  • Potenzial zur Reduktion von Tierversuchen in der Arzneimittelforschung  

Publikationshighlights

F. Schütte, S. Friebe, D. Böttcher, M. A. Borger, M. Uhlemann, S. G. Mayr  
Prediction of tissue rupture from percolation of local strain heterogeneities for diagnostics 
Springer-Nature Communications Medicine 5 (2025) 197  

Vorhersage des Geweberissverhaltens anhand lokalen mechanischen Heterogenitäten; das Verfahren hat Potential in der medizinischen Diagnostik. 

J. Naumann, N. Wilharm, U. H. Thome, M. Laube, M. Zink, S. G. Mayr 
Biomimetic elastin-collagen hybrid hydrogels crosslinked by energetic electrons: towards a tunable in vitro extracellular matrix model of the lung  
Materials & Design 258 (2025), https://doi.org/10.1016/j.matdes.2025.114617  

Elastin-Kollagen-Hybridhydrogele werden mittels hochenergetischer Elektronen vernetzt, um die extrazelluläre Matrix der Lunge in ihren mechanischen und biologischen Eigenschaften in vitro nachzubilden. Sie bieten eine vielversprechende Plattform für zellbasierte Lungenmodelle und die Erforschung von Zell‑Matrix‑Interaktionen.  

S. Dorn, F. Schutte, R. Konieczny, S. G. Mayr  
"Inverse" shape memory effect in energetic electron crosslinked methylcellulose hydrogels: Programming, demonstration and quantification  
Int. J. Biol. Macromol. 285 (2025) 138078, https://doi.org/10.1016/j.ijbiomac.2024.138078 

Methylcellulose-Hydrogele, die durch hochenergetische Elektronen vernetzt werden, zeigen einen umgekehrten Formgedächtniseffekt, indem sie beim Abkühlen in ihre ursprüngliche, während der Elektronenbestrahlung programmierten Form zurückkehren. Diese Hydrogele sind biokompatibel und eignen sich als Aktuatoren in biomedizinische Anwendungen.  

N. Wilharm, M. Bertmer, W. Knolle, J. Griebel, C. Elsner, S. G. Mayr  
Biomimetic crosslinking of collagen gels by energetic electrons: The role of L-lysine  
Acta Biomater. 140 (2025) 219-232, https://doi.org/10.1016/j.actbio.2021.09.025  

Die Studie erlaubt Einblicke in den Vernetzungsmechanismus von Kollagen‑Hydrogelen durch hochenergetische Elektronen. L‑Lysin dient hierbei als zentrales Reaktionszentrum für eine biomimetische Vernetzung. Es entstehen stabile, biokompatible Gerüste für zellbasierte Gewebemodelle ohne toxische Chemikalien.  

C. Krömmelbein, X. Xie, J. Seifert, R. Konieczny, S. Friebe, J. Kas, S. Riedel, S. G. Mayr  
Electron beam treated injectable agarose/alginate beads prepared by electrospraying 
Carbohydr. Polym. 298 (2022) 120024, https://doi.org/10.1016/j.carbpol.2022.120024  

Mithilfe eines Elektrospray-Verfahrens werden Hydrogel-Mikropartikel aus Agarose-/Alginatlösungen mit definierter Größe und Form erzeugt, die in Kombination mit Elektronenbestrahlung zu injizierbaren, sterilen und mechanisch einstellbaren Biomaterialien weiterentwickelt werden.  

Ausstattung
  • 10 MeV Elektronenbestrahlung  

  • Diverse 3D-Drucker und Bioprinter (DoD, UV-InkJet) 

  • Konfokales Laserscanning-Mikroskop 

  • Peptidsynthese (Mikrowellen-unterstützt) 

  • Atmosphären-Plasma 

  • High Performance Liquid Chromatography (HPLC)  

  • Parallelrechner für Modellierung 

Themen Promotions- Master- und Bachelorarbeiten

Akademische Qualifikationsarbeiten zu aktuellen Fragestellungen werden laufend vergeben. Bei Interesse kontaktieren Sie bitte Prof. Dr. S. G. Mayr.