
Oberflächen nach Maß
Materialentwicklung
Polymermembranen mit gezielt einstellbaren Eigenschaften für die Wasseraufbereitung
Das IOM entwickelt poröse Polymermembranen als Grundlage für leistungsfähige Filtersysteme. Ziel ist es, Struktur und Funktionalität der Membranen gezielt einzustellen, insbesondere im Hinblick auf effiziente Stofftrennung und Schadstoffelimination.
Entwicklung poröser Polymermembranen
- Herstellung von Membranen mit definierter Porenstruktur und -größe
- Gezielte Einstellung von Trenneigenschaften und Funktionalitäten
- Entwicklung von Materialien zur Entfernung von Schadstoffen aus Wasser
- Anpassung der Membraneigenschaften an spezifische Anwendungen
Herstellungsverfahren und Prozessentwicklung
- Einsatz von Phaseninversionsprozessen zur Erzeugung poröser Strukturen
- Nutzung strahlenchemischer Synthesemethoden
- Herstellung von Hohlfaser- und Flachmembranen
- Entwicklung und Betrieb teilautomatisierter Anlagen am IOM
Nachhaltige Materialkonzepte
- Entwicklung von Membranen auf Basis von Recyclingpolymeren
- Beitrag zu einer ressourcenschonenden Materialnutzung im Sinne der Kreislaufwirtschaft
- Untersuchung nachhaltiger Alternativen zu etablierten Materialien
Beitrag zur Entwicklung funktionaler Membransysteme
- Bereitstellung der Materialbasis für nachgelagerte Funktionalisierung
- Grundlage für strahleninduzierte Modifizierungsprozesse
- Beitrag zur Entwicklung anwendungsnaher und skalierbarer Membrantechnologien
Projekte
Grundlagenforschung zur Kombination chemischer und physikalischer Technologien zur Erzielung omniphober Oberflächeneigenschaften
Seit Jahrzehnten werden in der Industrie hydrophobe und oleophobe Oberflächen basierend auf Fluor-Materialien genutzt, etwa für schmutzabweisende Textilien oder fettdichte Verpackungen. Aufgrund von Umweltbedenken werden diese Chemikalien, bekannt als PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen), zunehmend kritisch gesehen. Die EU, vertreten durch die European Chemicals Agency (ECHA), strebt ein komplettes Verbot an und erließ bereits Einschränkungen für PFOS (2008), PFOA (2020) und PFHxS (2023).
Oleophobe Eigenschaften und Fettdichtigkeit sind in vielen Produkten unerlässlich. Neben der chemischen Funktionalisierung mittels Fluorverbindungen werden in der Literatur physikalische Methoden, wie Mikro- und Nanostrukturierung genannt. Am Beispiel des Lotos-Effekt sind auch schon Kombinationen von Mikro- oder Nanostrukturen auf hydrophoben Materialien untersucht worden. Jedoch ist deren industrielle Umsetzung bisher auch aufgrund ungenügender Grundlagenkenntnis nicht gelungen. Basierend darauf ist es Ziel des Projekt, hierarchisch aufgebaute Mikro- und Nanostrukturen physikalisch auf einem Modellsubstrat zu erzeugen und mit einer chemischen (Fluor-freien) Behandlung zu kombinieren. Dieser multidisziplinäre Ansatz wird durch umfassende Untersuchungen und Auswertungen mittels multivariater Analysen und Methoden der Künstlichen Intelligenz („machine learning“) ergänzt, um die Einflüsse der einzelnen Verfahren und insbesondere deren Wechselwirkung zu verstehen.
Gefördert durch Sächsische Aufbaubank – SAB/ EFRE
Ganzheitliches Aufbereitungskonzept für technische Filtrationstextillen zur stofflichen Verwertung und Herstellung neuer Filtrationsmedien
Die Ziele dieses Projektes sind das Recyceln der Membranfraktion aus Membranmodulen am Ende ihrer Lebenszeit. Dabei sollen sowohl die Membranpolymere als auch die verwendete Trägervlies beim Projektpartner IUTA (Institut für Umwelt & Energie, Technik & Analytik e. V.) aus dem Verbundmaterial zurückgewonnen und wiederverwertet werden. Am IOM erfolgt dazu die Entwicklung geeigneter Lösungsmittel-basierter Trenn- und Reinigungsschritte zur Gewinnung des Recyclingpolymers und anschließend die Herstellung und Modifizierung hochwertiger Membranfilter (zunächst freistehend, später dann auf recyceltem Trägervlies des Projektpartners Filzfabrik Fulda) auf Basis dieser Materialien. Bei der Entwicklung kommen dabei Methoden der statistischen Versuchsplanung, sowie KI-basierte Ansätze wie das „Adaptive Lernen“ zum Einsatz. Des Weiteren erfolgt parallel zur Prozessentwicklung eine ökonomische und ökologische Bewertung, um zum einen die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens (Bewertung der Kosten zur Gewinnung der Recyclingmaterialien im Vergleich zu Neuware, Energiebedarf, etc.) sicher zu stellen und zum anderen Umweltaspekte (u.a. CO2-Fußabdruck, auch im Vergleich zu neuwertigen Filtertextilien) zu berücksichtigen. Für Letzteres liegt dabei ein Hauptaugenmerk darauf den Einsatz gefährlicher und teurer Lösungsmittel zu reduzieren und möglichst durch „grüne Lösungsmittel“ zu ersetzen. Hergestellte Filtertextilien können am IOM und am IUTA umfassend im Labormaßstab charakterisiert werden, um deren Leistungsfähigkeit zu bewerten und zielführende Varianten aus der Parameterstudie für den Test in realer Umgebung auszuwählen. Abschließendes Ziel ist die Vorbereitung der Aufskalierung der Herstellung der Filtertextilien, welche gemeinsam mit dem Projektpartner WTA Unisol und einem Membranhersteller erfolgt.
Gefördert durch BMFTR
Kombination siimuli-responsiver Hydrogele und Scaffoid-unterstützter mikrobieller Biofilme für die selbstkontrollierte katalytische Aktivität eines mikrobiellen Blatts
Die pflanzliche Photosynthese ist der zentrale Mechanismus in der Natur, Sonnenenergie in chemische Energie umzuwandeln. Darum wird die mikrobielle Photokatalyse als effiziente und nachhaltige Alternative für derzeitige chemische Prozesse angesehen. Während herkömmliche Photobioreaktoren mit Suspensionkulturen durch geringe Zelldichten begrenzt sind, könnten Biofilme als selbstimmobilisierte Mikroben mit hohe Zelldichte dieses Problem überwinden. Jedoch stellen hohe Zelldichte und Stabilität gegenüber variierenden Umweltbedingungen, wie Strahlung und Temperatur, eine Herausforderung für stabile katalytische Produktionsprozesse dar. Das Projekt zielt darauf, das Prinzip von Pflanzenblättern mit Selbstregulation und stabiler Unterhaltung der Photosynthesemaschinerie zu adaptieren. Mit Hilfe gentechnisch modifizierter phototropher Biofilme, die in einem porösen Zellkulturträger mit hoher Zelldichte wachsen, wobei dieses Material mit einer responsiven Hydrogelschicht an der Gas-Flüssig-Grenzfläche ausgestattet ist, soll eine stabile biokatalytische Aktivität für die chemische Produktion realisiert werden. Die pH- oder Temperatur (T)-responsiven Hydrogelschichten werden auf den Aktivitätszustand der mikrobiellen Konsortien innerhalb des porösen Materials reagieren und so eine Selbstkontrolle der katalytischen Aktivität durch Steuerung der Gaspermeation ermöglichen, ähnlich wie Pflanzenblattoberflächen. Das Konzept eines "mikrobiellen Blatts" wird umgesetzt auf Basis unserer Expertise zu mikrobiellen Konsortien für die chemische Produktion (z.B. Synechocystis, Pseudomonas) und der Entwicklung von Zellkulturträgern, einschließlich der Synthese von pH- und T-responsiven Hydrogelen, um eine selbstkontrollierte Aktivität eines lebenden katalytischen Materials (LCM) zu zeigen. In unserer Fallstudie werden wir die Leistungsfähigkeit von mikrobiellen Biofilmen in porösen Polymermaterialien für die katalytische Umwandlung von Cyclohexan in ɛ-Caprolacton oder Adipinsäure als Vorstufen der industriellen Polymersynthese untersuchen. Es soll gezeigt werden, dass Schwach- und Starklichtzustände, ähnlich dem Tag-Nacht-Zyklus, die Mikroumgebung der LCM so beeinflussen, dass dies zu gequollenen und kollabierten Zuständen der pH-responsiven Hydrogelschicht führt. Diese responsive Hydrogelschicht wird durch elektronenstrahlinitiierte Polymerisation von N-Isopropylamid- und Acrylsäuremonomeren mit einer Anpassung der Phasenübergangsbereichen synthetisiert. Die unterschiedlichen Quellungszustände und physikochemischen Eigenschaften der Hydrogelschicht, die durch die Aktivität der Biofilme ausgelöst werden, steuern den Zufluss von Cyclohexan für die katalytische Reaktion der adaptiven LCM, wodurch eine optimale Leistungsfähigkeit bei variierenden Lichtverhältnissen ermöglicht wird. In Zukunft werden unsere Erkenntnisse das Potential des Mikrobiellen-Blatt-Konzepts ausschöpfen lassen und selbststabilisierte biotechnologische Prozesse mit breiter Anwendbarkeit ermöglichen.
Gefördert durch DFG
Grundlagenforschung zur Kombination chemischer und physikalischer Technologien zur Erzielung omniphober Oberflächeneigenschaften
Seit Jahrzehnten werden in der Industrie hydrophobe und oleophobe Oberflächen basierend auf Fluor-Materialien genutzt, etwa für schmutzabweisende Textilien oder fettdichte Verpackungen. Aufgrund von Umweltbedenken werden diese Chemikalien, bekannt als PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen), zunehmend kritisch gesehen. Die EU, vertreten durch die European Chemicals Agency (ECHA), strebt ein komplettes Verbot an und erließ bereits Einschränkungen für PFOS (2008), PFOA (2020) und PFHxS (2023).
Oleophobe Eigenschaften und Fettdichtigkeit sind in vielen Produkten unerlässlich. Neben der chemischen Funktionalisierung mittels Fluorverbindungen werden in der Literatur physikalische Methoden, wie Mikro- und Nanostrukturierung genannt. Am Beispiel des Lotos-Effekt sind auch schon Kombinationen von Mikro- oder Nanostrukturen auf hydrophoben Materialien untersucht worden. Jedoch ist deren industrielle Umsetzung bisher auch aufgrund ungenügender Grundlagenkenntnis nicht gelungen. Basierend darauf ist es Ziel des Projekt, hierarchisch aufgebaute Mikro- und Nanostrukturen physikalisch auf einem Modellsubstrat zu erzeugen und mit einer chemischen (Fluor-freien) Behandlung zu kombinieren. Dieser multidisziplinäre Ansatz wird durch umfassende Untersuchungen und Auswertungen mittels multivariater Analysen und Methoden der Künstlichen Intelligenz („machine learning“) ergänzt, um die Einflüsse der einzelnen Verfahren und insbesondere deren Wechselwirkung zu verstehen.
Gefördert durch Sächsische Aufbaubank – SAB/ EFRE
Publikationshighlights
D. Breite, M. Went, M. Krause, M. Kühnert, A. Prager, L. Stieler, N. Schönherr, A. Schulze
Preparation of flat sheet recycled PET membranes from high temperature solutions via a NIPS-TIPS hybrid separation process
Sep. Purif. Technol. (2026), https://doi.org/10.1016/j.seppur.2025.135910
Polyethylenterephthalat (PET) hat sehr interessante Eigenschaften für die Verwendung als Membranmaterial und ist als Recycling-Polymer in großen Mengen verfügbar. Es hat eine hohe mechanische und thermische Stabilität, und seine Lösungsmittelbeständigkeit ermöglicht den Einsatz organischer Lösungsmittel auch bei hohen Temperaturen. Diese Lösungsmittelbeständigkeit macht es jedoch fast unmöglich, poröse Membranen aus PET durch nicht-lösungsmittelinduzierte Phasentrennung (NIPS) unter Umgebungsbedingungen herzustellen. Bislang werden kommerzielle PET-Membranen durch Track-Etching von dichten PET-Folien hergestellt. Diese Art von Membranen weist jedoch eine unzureichende Porosität und Permeabilität auf. In dieser Studie wird ein neuer, einfach umzusetzender Ansatz zur Herstellung von PET-Membranen mittels eines NIPS-TIPS-Hybrid-Trennverfahrens unter Verwendung von PET-Lösungen in N-Methyl-2-pyrrolidon bei erhöhter Temperatur (180 °C) vorgestellt. Durch die Anwendung von Wärme konnte PET in ausreichenden Konzentrationen für die Herstellung von Membranen gelöst werden. Durch schnelles Auftragen dieser Lösungen auf ein Substrat oder eine Glasplatte und anschließendes Eintauchen in das Koagulationsbad wurden stabile Membranen hergestellt. Die verschiedenen Herstellungsparameter wurden untersucht, wobei ein weiterer Schwerpunkt auf der Untersuchung der Membranherstellung aus verschiedenen Recyclingquellen lag.
T. Şener Raman, C. Claus, O. Daikos, T. Scherzer, A. Prager, A. Lotnyk, L. Stieler, R. Konieczny, N. Lippmann, A. Kaiser, R. Werdehausen, B. Abel, A. Schulze
Tailoring PEGDA/gelatin hydrogels with silver nanoparticles: Mechanical characterization and bacterial inhibition studies
Int. J. Biol. Macromol. (2026), https://doi.org/10.1016/j.ijbiomac.2025.149996
Silbernanopartikel (AgNPs) sind vielversprechende antimikrobielle Wirkstoffe zur Bekämpfung bakterieller Infektionen in vitro und in vivo. Diese Studie untersucht die mechanischen Eigenschaften von PEGDA/Gelatin-Hybridhydrogelen, die mit unterschiedlichen Ag-Konzentrationen durch Elektronenstrahlbestrahlung synthetisiert wurden, sowie deren bakterielle Wechselwirkungen auf Einzelzellniveau in Echtzeit und in situ. Eine erhöhte Ag-Konzentration verändert geringfügig die mechanischen Eigenschaften dieser Hydrogele, die so konstruiert sind, dass sie die menschliche Haut nachahmen. Infrarot-Mikrospektroskopie zeigt, dass Silberionen vor der Bestrahlung mit PEGDA und Gelatine interagieren und die Homogenität des Hydrogels beeinflussen. REM-EDX- und TEM-Morphologieanalysen sowie XPS-Oberflächencharakterisierung bestätigten die Verteilung der Ag-Nanopartikel innerhalb der Hydrogelmatrix. Parallel dazu zeigten ihre nanostrukturellen Eigenschaften, dass die Ag-Konzentration die Partikelgrößenverteilung beeinflusste. Bemerkenswert ist, dass Hydrogele, die aus 200 ppm AgNO₃ synthetisierte Nanopartikel enthielten, nach 7 Tagen nur 0,35 ppm Silber freisetzten. Echtzeit-Bildgebung von Escherichia coli zeigt, dass Hydrogele mit Silber-Nanopartikeln die Min-Protein-Oszillation, einen wichtigen Regulator der Zellteilung, stören, wobei bei Hydrogelen, die aus 200 ppm AgNO₃ synthetisiert wurden, innerhalb von 18 Minuten eine bakterizide Wirkung beobachtet wurde. Die antibakterielle Wirksamkeit korreliert mit der Nanopartikel-Konzentration in den Hydrogelen, was durch quantitative und qualitative Analysen bestätigt wurde. Insbesondere wurden die cytotoxischen Wirkungen von Hydrogelen mit unterschiedlichen Ag-Konzentrationen untersucht. Unter diesen zeigte H50 im Vergleich zur Kontrollgruppe einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Zellviabilität. Diese Ergebnisse liefern Einblicke in die bakteriziden Mechanismen von Ag-Nanopartikeln, die durch mechanische und chemische Faktoren beeinflusst werden.
K.H. Leopold, D. Breite, M. Schmidt, A. Prager, M. Went, M. Kühnert, D. Enke, A. Schulze
Design of sponge-like PES hollow fiber membranes using the environmentally friendly solvent N,N-dimethyl lactamide
Sep. Purif. Technol. (2025), https://doi.org/10.1016/j.seppur.2025.132625
Eine Änderung der Prozessbedingungen für die Herstellung von Hohlfasermembranen kann zu erheblichen Veränderungen der Struktur und Leistung der resultierenden Membran führen. Folglich erfordert die Herstellung von Membranen mit der gewünschten Membranstruktur unter Verwendung neuer, umweltfreundlicher Lösungsmittel eine große Menge an experimentellen Daten. Der Ansatz der statistischen Versuchsplanung (design of experiments – DoE) stellt ein wertvolles Werkzeug für die Entwicklung neuer Membranen mit hoher Leistung bei einer reduzierten Anzahl von Experimenten dar. Darüber hinaus erleichtert er das Verständnis der Korrelation zwischen den Herstellungsparametern und der resultierenden Membranstruktur, Leistung und mechanischen Eigenschaften. Angesichts der Notwendigkeit, die Umweltbelastung durch die Membranherstellung durch den Ersatz herkömmlicher (toxischer) Lösungsmittel zu reduzieren, ist die Entwicklung neuer Membranen unter Verwendung umweltfreundlicherer Lösungsmittel ein entscheidendes Ziel. In dieser Studie wurde der DoE-Ansatz verwendet, um makroporenfreie Hohlfasermembranen unter Verwendung des weniger schädlichen und umweltfreundlicheren Lösungsmittels N,N-Dimethyl-Lactamid zu entwickeln. Es wurden empirische Modelle erstellt, die eine Vorhersage der Membranstruktur und der mechanischen Festigkeit ermöglichen. Infolgedessen ermöglichten die optimalen Einstellungen des DoE die Herstellung einer Ultrafiltrationsmembran, die die gewünschte mechanische Festigkeit (6 MPa), Retention (Cut-off bei 100 kDa), Permeanz (50 LMHB) und homogene Struktur (mindestens 99 % schwammartige Struktur) aufwies.
S. Glass, M. Schmidt, P. Merten, A. Abdul Latif, K. Fischer, A. Schulze, P. Friederich, V. Filiz
Design of modified polymer membranes using machine learning
ACS Applied Materials & Interfaces (2024), https://doi.org/10.1021/acsami.3c18805
Die Oberflächenmodifizierung ist eine attraktive Strategie zur Anpassung der Eigenschaften von Polymermembranen. Leider sind die vorhersagbaren Beziehungen zwischen Struktur, Verarbeitung und Eigenschaften hinsichtlich der Modifizierungsstrategien und der Membranleistung oft unbekannt. Eine Möglichkeit, diese Herausforderung anzugehen, ist die Anwendung datengesteuerter Methoden wie maschinelles Lernen. In dieser Studie haben wir maschinelle Lernmethoden auf Datensätze angewendet, die die Leistungsparameter modifizierter Membranen enthalten. Die daraus resultierenden maschinellen Lernmodelle wurden verwendet, um Leistungsparameter wie die Reinwasserpermeabilität und das Zetapotenzial von Membranen vorherzusagen, die mit neuen Substanzen modifiziert wurden. Die Vorhersagen wiesen geringe Vorhersagefehler auf, sodass wir sie auf ähnliche Membranmodifikationen und Verarbeitungsbedingungen verallgemeinern konnten. Darüber hinaus konnten mit Hilfe von Methoden des maschinellen Lernens die Auswirkungen von Substanz- und Prozessparametern auf die resultierenden Membraneigenschaften identifiziert werden. Unsere Ergebnisse zeigen, dass kleine Datensätze, wie sie in der Materialwissenschaft üblich sind, als Trainingsdaten für prädiktive Modelle des maschinellen Lernens verwendet werden können. Daher bietet maschinelles Lernen ein großes Potenzial als Werkzeug, um die Entwicklung von Hochleistungsmembranen zu beschleunigen und gleichzeitig den Zeit- und Kostenaufwand für den Entwicklungsprozess zu reduzieren.
Z. Niavarani, D. Breite, A. Prager, I. Thomas, M. Kuehnert, B. Abel, R. Gläser, A. Schulze
Synthesis of composite imprinted polymer membranes for the selective removal of 17ß-estradiol from water
Mater. Chem. Front. (2023), https://doi.org/10.1039/D3QM00345K
Es wurden Polyethersulfon-Membranen mit molekular geprägten Polymer-Partikeln (molecular imprinted polymers - MIPs) für die effiziente und selektive Adsorption von 17β-Estradiol aus Wasser entwickelt. Die MIP-Partikel wurden mittels Fällungspolymerisation mit 17β-Estradiol als Templatmolekül synthetisiert. Verbundmembranen wurden hergestellt, indem die MIPs mittels Phaseninversionsverfahren in die Membranmatrizen eingebettet wurden. Die MIP-Partikel wurden mittels Elektronenstrahlbestrahlung kovalent in die Membranmatrix immobilisiert. Die synthetisierten Membranen wurden mittels Rasterelektronenmikroskopie (REM), Röntgen-Photoelektronenspektroskopie (XPS), Wasserkontaktwinkelanalyse, Permeationstests und Quecksilberporosimetrie charakterisiert. Die Adsorptionsbeladung, Selektivität, Wiederverwendbarkeit und Adsorptionsisothermen wurden durch Batch- und dynamische Adsorptionsversuche untersucht. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Adsorptionsbeladung von 17β-Estradiol (12,9 ± 1 mg g−1) und Selektivitätsfaktoren von bis zu 6,2 bzw. 12,5 für 17β-Estradiol in Gegenwart von Modellmikroverunreinigungen (wie Bisphenol A und Citalopram). Darüber hinaus wurden die Verbundmembranen regeneriert und ohne nennenswerten Verlust der Adsorptionsbelastung für 10 aufeinanderfolgende Zyklen wiederverwendet. Die maximale Adsorptionskapazität von 17β-Estradiol auf der Verbundmembran, berechnet durch Anpassung der experimentellen Daten an die Langmuir-Gleichung, betrug 21,9 mg g−1, was einer mehr als 200-fachen Steigerung der Adsorptionsbelastung im Vergleich zur kommerziellen Nanofiltration entspricht. Diese Verbundmikrofiltrationsmembranen weisen eine hohe Adsorptionskapazität bei geringeren Druckanforderungen für die Filtration, hoher Wasserpermeation und verlängerter Wiederverwendbarkeit auf, was sie zu einer praktikablen und nachhaltigen Option für Wasserreinigungsprozesse macht.
Ausstattung
Herstellung und Entwicklung von Polymermembranen (Mikro- und Ultrafiltration) mit gezielt einstellbaren Eigenschaften und Funktionalitäten mit Hilfe teilautomatisierter Anlagen (Flachfilter- und Hohlfasermembranen)
Herstellung von Polymermembranen auf Basis von Recycling-Material
Analytik:
Permeabilität (dead-end, cross-flow)
Bubble point, MWCO, Siebkurvenanalyse, Hg-Porosimetrie, Porometrie
Kontaktwinkel, Oberflächenenergie
Zetapotential, Oberflächenladungsdichte
Proteinadsorption (BCA Test)
Fouling (Proteine, Algen, Abwasser, Oberflächenwasser,…)
Enzymaktivitäten (diverse Enzyme)
Photokatalytische Aktivität (statische und kontinuierliche Betriebsregime)
Adsorption von Mikroschadstoffen
REM, TEM, AFM
Zugversuch, DMA
TOC, ICP-OES, SPME-GC/MS
IR, Raman, UV/VIS
XPS, XRD, EDX
Ansprechpartner:











